Termis ist der südlichste und der heißeste Ort Usbekistans, aber auch ein historisch bedeutsamer. Der Name „Termis“ wird aus dem Sanskrit-Wort „Tara-mato - der Ort hinter dem Fluß“ abgeleitet. Der erste befestigte Kern von Termis existierte im 3. und 2. Jahrhundert vor Christus, als sich das in der Antike als Baktrien bezeichnete Gebiet des Amudarja-Beckens im Besitz der griechisch-baktrischen Herrscher befand. Als Hauptfaktor für die günstigeStadtentwicklung kann wohl die Lage an einem der wenigen bequemen Flußübergänge über den unberechenbaren, ständig seinen Lauf verändernden Amudarja angenommen werden. An dieser Stelle setzte auch Alexander der Große über den Oxus. Im 3.Jahrhundert vor Christus gab es hier eine erste Siedlung, unter Demetrius begannen die eigentlichen Festungsbauten. Im 4. und 5. Jahrhundert verfiel die Stadt, erlebte aber 100 Jahre später einen erneuten Aufschwung und wurde wieder besiedelt. Im Jahre 689 eroberten die Araber Termis zum erstenmal, 15 Jahre später endgültig. Trotz verschiederner Herrscher erlebte das mittelalterliche Termis im 8.-12 Jahrhundert seine Blütezeit: es herrschten die Samaniden, Gaznawiden, Kara-Chaniden und Seldschuken. Handel und Handwerk florierten. Der Hafen und die Zitadelle wurden ausgebaut, mehrere Vorstädte und neue Stadttore entstanden. Mit der Zerstörung durch die Mongolen im jahre 1220 nahm diese Entwicklung ein Ende. Erst im ausgehenden 13. Jahrhundertkonnte sich die Bevölkerung langsam wieder erholen, und die Stadt wurde an einem anderen Ortwiederaufgebaut. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts berichtete ein Reisender von einer „großen Stadt, schön gebaut mit herrlichen Basaren“. Im 18. Jahrhundert fiel Termis in Trümmer. Das moderne Termis ist eine sowjetische Stadt, die Altstadt liegt sechs Kilometer nordwestlich. Die moderne Stadt hat fast 90000 Einwohner, ihr Zentrum ist der Ex-Leninplatz, auf dem jetzt der Schutzpatron der Stadt Hakim al Termezi steht.Der Architekturkomplex des Hakim al Termezibefindet sich auf dem Territorium von Alt-Termis. Abu Abdullah Mohammed ibn Ali ibn Hussein al Hakkim al Termezi war der Begründer des Derwischordens der“Hakimi“. Im Volk hieß er “Termiz-Ata“, Vater von Termisund wurde wie der Schutzpatron der Stadt verehrt. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde die Chanaka Hakim al Termezi während der kurzen Regierungzeit von Chalil-Sultan (1405-09), einem Enkel Timurs, errichtet. Das Gebäude hat eine quadratische Grundfläche und tiefe Bögen in den Achsen. Sehenswert ist außerdem der Kara-Tepe(schwarzer Hügel), eine aus Sandstein bestehende natürliche Erhebung, die nicht weit von der Kala-der Zitadelle- von Alt-Termis liegt. In den ersten Jahrhunderten nach Christus wurde der Hügel von Buddhisten für die Gründung eines Klosters genutzt, dessen Wohn-und Kulträume zum Teil aus den Felsen herausgeschlagen wurden, zum Teil an seinen Hängen und auf seinen Gipfeln gebaut wurden. Ein anderes buddhistisches Kloster, Fajaz-Tepe, lag im Nordwesten der Stadtmauern des kuschanischen Termis. Im 1.und 2. Jahrhundert errichtet, wurde es schon im 3.Jahrhundert überstürzt verlassen. Die Moschee Chor Sutun mit einem Minarett liegt südwestlich der Ruinen von Keschk. Ihr Name, der“vierzig Säulen“ bedeutet, ist nur eine Gattungsbezeichnung für einen bestimmten Moscheentyp. Diese Gebäude hatten nie vierzig Säulen, vielmehr wurde die Illusion immer durch die Spiegelung in einem Wasserbecken erreicht. Vierzig ist als symbolische Zahl der Vollendung zu verstehen. Auch die Chor-Sutun-Moschee in Termis verfügte nur über höchstens neun Säulen. Sie war klein und hatte neun Kuppeln, die auf Pfeilern ruhten. Das Minarett war schon im letzten Jahrhundert zerstört. Eine Kufiinschrift gibt das Baudatum an: das Jahr 423 der Hedschra, also 1045/46. Damit ist das Minarett eines der ältesten in Mittelasien, seine Form ist einfach und schlicht. Acht Kilometer nordöstlich der Neustadt, auf dem Gelände des vormongolischen Termis, liegt das Ensemble Sultan Saodat, Begräbnisstätte der Zaidenfamilie, die als direkte Nachfahren des Propheten Muhammad galten und eine hoheStellung in der muslimischen Geistlichkeiteinnahmen.
Ein arabischer Reisende Ibn Battutabesuchte 1333 Termiz. Die blühende Stadt, die er gesehen hat,hatte Plätze, Kanäle, Gefängnisse, Stadtmauer mit 9 Toren und bekannten Flußmarkt,in dem es bekannteste Termisische Seife, Parfüms , Kleidungu.a. gab. Die Seife war in der Regel für Export. Die Seife gab esin allenBadehäusern von Termiz, aber wie Battuta erzählt, wuschen die einheimischen Frauen ihre Haare mit der saueren Milch. Temur erholte sich hier 1399 während seines Marsches nach Indien und hatte hier Brücke bauen lassen. Die Rekonstruktion der Stadt setzte sehr rasch mit solcher Kraft fort, daß sich spanischer Diplomat beklagte, die Stadt sei so lärmisch, daßman diesen Lärm in der Stadt Balch, also 100 km von Termiz entfernt, hören kann. Taschkent | Samarkand | Bukhara | Chiwa | Das Ferganagebiet | Shahrisabs | Nurata | TermisGeschichte Usbekistans | Landkarte | Bilder Usbekistans | Gebirge Usbekistans | Die Sehenswürdigkeiten Usbekistans | Die Städte Usbekistans | Fragen über Usbekistan,die oft gestellt werden | Die Kultur Usbekistans